
Vernissage in Berliner Galerie Schuster
am 09.09. 2011
Malen, zeichnen, fotografieren, töpfern, bildhauen. Elf Künstlerpaare aus ganz Deutschland arbeiten derzeit auf ein Ziel hin: Die Ausstellung ihrer Werke in der renommierten Berliner Galerie Schuster. Die Vernissage findet am 9. September 2011 ab 18 Uhr statt. Sie bildet den Höhepunkt des Projektes b.kunst, bei dem die Caritas an mehr als 20 Standorten den künstlerischen Dialog von behinderten und nichtbehinderten Künstlern ermöglicht hat.
Eine Gemeinde verzichtet auf ihre Sondereinrichtung: Alle Kinder, ob mit oder ohne Behinderung, werden dieselbe Schule besuchen.
Oder: Menschen mit einer Behinderung oder psychischen Erkrankung wollen gern ein Ehrenamt übernehmen.

Wie sich diese und viele andere innovative Ansätze umsetzen lassen, zeigt eine Sammlung guter Praxisbeispiele auf (PDF-Datei, 460 kilo Byte).
Werden Sie Teilhaber/in!
Möchten Sie die Teilhabeinitiative der Caritas unterstützen oder Näheres wissen? Über Ihr Interesse freut sich eine Caritas-Einrichtung in Ihrer Nähe oder das zentrale
Projektbüro Teilhabeinitiative
Deutscher Caritasverband e.V.
Karlstraße 40
79104 Freiburg
Telefon: 0761 200-668
E-Mail: teilhabeinitiative@caritas.de

Ihre Ansprechpartner sind
Projektleiterin Gabriele Göhring (Telefon: 0761 200-668) und Klemens Bögner (Telefon: 0761 200-628)
Vom 15. bis 17. April 2010 fand in Berlin der 2. Caritaskongress "Teilhabe ist möglich!" mit über 600 Teilnehmenden statt. Wie Politiker, Wissenschaftler, haupt- und ehrenamtliche Caritasmitarbeiter das Thema selbstbestimmte Teilhabe in Praxis und Theorie beleuchtet haben und welche Erkenntnisse und Erfahrungen sie mitnehmen konnten, finden Sie unter:
Ein Ehrenamt bedeutet Teilgabe und Teilhabe zugleich, ein selbstbestimmtes Geben und Nehmen.


Was ist unter dem Konzept der selbstbestimmten Teilhabe zu verstehen? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Arbeit der Caritas? Wie bei der Lambertus-Reihe "Basics für Sozialprofis" üblich, bietet das Taschenbuch den raschen und zugleich facettenreichen Überblick. Einer Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen folgen vielfältige Anregungen für die konkrete Stärkung selbstbestimmter Teilhabe. Die meisten Beispiele und Vorschläge sind in allen sozialen Handlungsfeldern anwendbar, wie insbesondere die Methode der sozialräumlichen Arbeit. Das Buch bietet Reflexionsanstöße für Team-Besprechungen und Fortbildungen und eine Sammlung von Indikatoren selbstbestimmter Teilhabe.
Lambertus-Verlag, Freiburg April 2011, 116 Seiten, kartoniert, 9,90 Euro.
Teilhabeinitiative: Jeder Mensch ein Mittelpunkt
Selbstbestimmte Teilhabe ist das zentrale Thema der Caritas von 2009 bis 2011. Mit seiner Teilhabeinitiative will der Verband dazu beitragen, dass alle Menschen gleichberechtigt die Chance haben, ihr eigenes Leben und das einer offenen Bürgergesellschaft mit zu gestalten.
Der einzelne Mensch mit seinen Vorstellungen und Wünschen soll ernst genommen werden, gerade auch dann, wenn er oder sie arm, krank, betagt oder behindert ist. Im Kern geht es um Würde und Gerechtigkeit. Dafür müssen noch etliche rechtliche, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Barrieren abgebaut werden.
Jeder Mensch hat das Recht, an den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Prozessen der Gesellschaft teilzunehmen, sie mitzugestalten und mitzubestimmen.
Teilhabe ist ein Bürgerrecht, das heißt für uns:
- Von der persönlichen Situation der Menschen ausgehen
- Die eigenen Ressourcen jedes Menschen einbeziehen
- Zur Selbstbestimmung befähigen
- Strukturen schaffen, die selbstbestimmte Teilhabe ermöglichen
- Mitbestimmung und Mitgestaltung ernst nehmen
- Solidarität gegenüber Schwächeren zeigen
- Rechtliche, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Barrieren abbauen
Selbstbestimmte Teilhabe braucht:
- Menschen, die sich dafür einsetzen, dass Teilhabe gelingt
- Befähigungs-gerechtigkeit, die Bildungsarmut durchbricht und besonders auch jungen Menschen wieder neue Perspektiven eröffnet
- Zugangsmöglichkeiten für alle zu den sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen der Gesellschaft
- Gesetze, die Menschen Handlungsspielräume geben, ihr Leben selbst zu gestalten
Die Initiative der Caritas für selbstbestimmte Teilhabe (2009–2011)
Mit ihr will die Caritas nachhaltig dazu beitragen, dass alle Menschen die Chance haben, gleichberechtigt das Leben unserer
Bürgergesellschaft mitzugestalten. Auch im eigenen Verband setzen wir uns für mehr Teilhabemöglichkeiten ein und stärken
die Zusammenarbeit mit Selbsthilfeorganisationen.
Zur Selbst- und Mitbestimmung befähigt
Betroffene sollen zu Akteuren auf gleicher Augenhöhe werden, denn jeder Mensch hat Fähigkeiten und Potenziale. Mitunter lassen die sich erst durch befähigende Aktivitäten erschließen, beispielsweise durch Hilfen zur Bildung. Deshalb steckt in Befähigung bereits ein gutes Stück Teilhabe. Mit der Teilhabeinitiative führt die Caritas deshalb auch das Anliegen ihrer Befähigungsinitiative (2006 bis 2008) fort.
Teilhabe geht alle an
Die Teilhabeinitiative nimmt vor allem die Gruppen in den Blick, denen sich die drei Caritas-Jahreskampagnen im selben Zeitraum widmen:
Aber auch andere Personen, die von sozialer Ausgrenzung betroffen sind, sind Thema.
Die Caritas möchte sowohl die Öffentlichkeit als auch den eigenen Verband für das Teilhabe-Anliegen gewinnen – so wie es bei
der Befähigung junger Menschen gelungen ist. Dafür braucht die Initiative die fachbereichsübergreifende Unterstützung aller
beruflich oder ehrenamtlich engagierten MitarbeiterInnen: Es gilt, Teilhabe als strategisches Ziel in allen Einrichtungen
und Diensten der Caritas zu verankern – und sie auf vielfältige Art zu verwirklichen.
Umsetzung der Initiative auf drei Ebenen
Zunächst einmal ist die persönliche Ebene wichtig. Hier sollte eine Sensibilität für Menschen entstehen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht oder schon ausgegrenzt sind. Das hat viel mit Kennenlernen zu tun, direkt von Mensch zu Mensch. Caritaseinrichtungen, Pfarrgemeinden und kommunale Partner können dafür Gelegenheiten schaffen. Sie können Räume zur Verfügung stellen oder Veranstaltungen organisieren, die Begegnungen möglich machen.
Das Gleiche gilt im Großen, für die politische Ebene: Es geht um Raum für alle im öffentlichen Leben, es geht auch um den politischen Stil in unserem Land. „Betroffene“ sollen selbst zu Wort kommen und ihre Forderungen aufstellen können.
Auf institutionellen Ebenen müssen wir soziale Konzepte entwickeln, die Betroffene zu Beteiligten machen: Anstelle des Einsatzes für den Nächsten soll die Arbeit mit ihm oder ihr erfolgen. Wichtig ist beispielsweise die Möglichkeit für Nutzer sozialer Dienstleistungen, zwischen unterschiedlichen Angeboten zu wählen. Ebenso sollen ehren- oder hauptberuflich Engagierte in ihren Arbeitsfeldern mitentscheiden können.
