Qualitätskriterien existenz-unterstützender Angebote
Die Titelseite des Heftes zur Selbsteinschätzung existenzunterstützender Angebote zeigt eine Person, die Suppe in eine Schüssel schöpft.
Wer sich in Hilfsprojekten für Menschen am Rande der Gesellschaft engagiert, stellt sich Fragen wie: Trage ich zur Bekämpfung der Armut bei – oder eher zu ihrer Verstetigung? Stellt unser Angebot die von Armut Betroffenen womöglich zusätzlich in eine Ecke, oder bildet es die erste Stufe zum Herauskommen aus einer schweren Lebenssituation? Eröffnet es neben der Bereitstellung von Nahrung und Kleidung auch Chancen für mehr Teilhabe am Leben der Gesellschaft?  Bei der Klärung dieser Fragen hilft eine Checkliste, die Sie hier herunterladen können (PDF-Datei, 140 kilo Byte).
 
 
16 beispielgebende Projekte
Neben dem Café Jedermann (siehe unten) zeigen 15 weitere Projekte, wie mehr selbstbestimmte Teilhabe wirklich werden kann. Hier können Sie die Pressemappe mit den Projekten herunterladen (PDF-Format, 90 Kilo Byte).
 
Sozialpolitische Positionen

Hier finden Sie die sozialpolitischen Positionen zur Kampagne "Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft". Die einzelnen Analysen, Bewertungen und Lösungsvorschläge sollen dazu beitragen, in ausgewählten fach- und sozialpolitischen Feldern die Probleme von Menschen am Rande zur Sprache zu bringen und einer politischen Lösung zuzuführen:

Titelbild PDF-Datei: Sozialpolitische Positionen

Sozialpolitische Positionen zum Herunterladen (PDF 122 kB)

 
Caritas-Journalistenpreis

Mit dem Caritas-Journalistenpreis Baden-Württemberg 2010 sind drei Journalist/innen geehrt worden, die in ihren Beiträgen Menschen vom Rande in die Mitte der Aufmerksamkeit gerückt haben.

Hier geht es zu Informationen über die Preisträger/innen  (Quelle: Badische Zeitung vom 27. Januar 2010).

 
Politischer Dialog

 Gruppenbild mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Rudolf Henke, dem Soziologen Heinz Bude, der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, Diözesan-Caritasdirektor Burkard Schröders und dem grünen Bundestagsabgeordneten Markus Kurth im Rahmen der Dialog-Tagung der Caritas im Bistum Aachen. Foto: Gerd Schnitzler

Bei der Aachener Caritas-Dialogtagung anlässlich der jüngsten Bundestagswahl sprachen Heinz Bude, Autor des Buches "Die Ausgeschlossenen", und Rita Süssmuth sowie weitere Politiker über das gefühlte und das tatsächliche Ausgeschlossensein. Lesen Sie hier den Bericht aus Aachen .

 
Teilhabe für Menschen am Rande  

Überblick

Bundesweit einmalig: Krankenpass für Wohnungslose   

Zahnarztpraxis auf Achse

Projekt Stromsparcheck  

Kinder besuchen ihre Väter in Haft

Die kostbarste Stunde der Woche  

Café Jedermann

Netzwerk Finanzkompetenz

 

Bundesweit einmalig: Krankenpass für Wohnungslose

Christian Jäger vom Osnabrücker Caritasverband präsentiert den neuen Krankenpass für Wohnungslose.
Christian Jäger vom Osnabrücker
Caritasverband präsentiert den neuen
Krankenpass für Wohnungslose.
© für Abbildung: PR

(eb/pr) Osnabrück, 6. November 2009 / Der Caritasverband für die Diözese Osnabrück hat einen neuen Krankenpass für Wohnungslose aufgelegt. Auf dem bundesweit einmaligen Dokument können Wohnungslose ihre Krankengeschichte vermerken lassen und sie bei wechselnden Ärzten vorzeigen. Der Pass soll wie eine Krankenakte zum Mitnehmen funktionieren und die medizinische Versorgung der Wohungslosen verbessern, da sie kaum regelmäßig einen festen Arzt konsultieren, der über ihre Krankengeschichte im Bilde ist. Der neue Krankenpass wird seit Anfang September in allen Beratungsstellen für Wohnungslose des Caritasverbands verteilt. Sowohl die Betroffenen als auch Ärzte bezeichneten den Pass als sehr hilfreich, berichtet der Verband, nach dessen Angaben der der Krankenpass demnächst in ganz Niedersachsen verfügbar sein soll. In den Hilfsstellen des Caritasverbandes wurden im vergangenen Jahr 1.800 Wohnungslose betreut.
Das Aussehen des Krankenpasses ähnelt dem alten Führerschein: Postkartengroß, grau und aus dem gleichen reiß- und wasserfesten Material. Christian Jäger, Referent für Wohnungslosenhilfe beim Osnabrücker Caritasverband, erläuterte die Funktion: "Wohnungslose und Umherreisende haben keine Hausarzt, der seinen Patienten kennt und anhand seiner Krankenakte die Vorgeschichte aufrufen kann." Der Krankenpass soll eine Art Wegweiser sein. Er gibt Auskunft über die Krankengeschichte seines Besitzers, über chronische Erkrankungen, Arztbesuche und über bisherige Behandlungen. Damit soll die medizinische Versorgung für Wohnungslose verbessert werden, denn viele Betroffene können über diese Punkte keine Auskunft geben, wenn sie ärztlich behandelt werden müssen.
Wohnungslose gehen nach Caritasangaben vielfach erst dann zum Arzt, wenn sich ihr Gesundheitszustand bedrohlich verschlechtert – nicht selten weichen sie einem Arztbesuch so lange aus, bis ein Notfalleinsatz unvermeidlich ist. Viele haben chronische Erkrankungen, die meist unzureichend behandelt sind. Diese Gemengelage bildet eine Spirale, die nach unten führt. Christian Jäger: "Viele unserer Klienten schämen sich wegen ihrer eigenen Unwissenheit und gehen deshalb nicht zum Arzt. Mit dem Krankenpass können wir etwas mehr Sicherheit vermitteln." In einer ersten Zwischenbilanz zeigte sich Jäger zufrieden mit den Ergebnissen. Insgesamt wurden in  den 11 Beratungsstellen der Regionalvertretung Osnabrück im vergangenen Jahr mehr als 1.800 Personen beraten, für die der Krankenpass geeignet ist.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.caritas-os.de

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Unterwegs zu gesünderen Zähnen

 

Ein Transporter mit der Aufschrift "Zahnmobil" parkt vor einer sozialen Einrichtung. Foto: Caritasverband Hamburg  
Hamburger Pragmatismus: das Zahnmobil
erreicht benachteiligte Menschen.

In Hamburg besucht seit 2008 die bundesweit erste rollende Zahnarztpraxis wohnungslose Menschen und Kinder aus armen Familien. Denn Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation haben ge­zeigt, dass benachteiligte Menschen beson­ders häufig schlechte Zähne haben. Gleichzeitig liegt für Menschen am Rande der Gesellschaft die Schwelle zum Zahnarzt-Besuch hoch, sei es aus Scheu oder allein schon wegen der Praxisgebühr. Die Hamburger Lösung: Mehr als zwanzig ehrenamt­lich tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte wechseln sich ab, um mit ihrem fahrbaren Behandlungszimmer die Menschen aufzusuchen. Zusammen mit dem Unternehmen Colgate-Palmolive trägt die Caritas die laufenden Kosten dieses Angebots zur Teilhabe an der Gesundheitsversorgung. Finanziert wurde der speziell umgebaute Transporter vom Hamburger Spendenparlament, dem Deutschen Hilfswerk und der ARD-Aktion „Ein Platz an der Sonne“.

Kleine Patienten bekommen ein Zahnpflege­set geschenkt und lernen einiges über gesunde Ernährung und die Vorteile regelmäßiger Zahnpflege. In den vergangenen beiden Jahren wurden mit Hilfe des Zahnmobils über 1100 PatientInnen behandelt und  mehr als 82 Kinder- und Jugendeinrichtungen erreicht.

E-Mail-Kontakt: zahnmobil[at}caritas-hamburg.de

 

Projekt Stromsparcheck

Caritas hilft Strom sparen

 

Ein-/Ausschalter eines Elektrogerätes Foto: Klemens BögnerDie Energiekosten sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Zusammen mit dem ebenfalls gestiegenen Umweltbewusstsein sorgt diese Entwicklung dafür, dass viele Menschen auf verbrauchsarme Elektrogeräte umstellen. Deren Anschaffungskosten spielen die Haushalte in ein paar Jahren über die niedrigeren Stromrechnungen wieder ein.

Doch was ist mit den einkommensschwachen Haushalten? Gerade sie, die jeden Euro Einsparung dringend nötig haben, können sich die Anschaffungen nicht leisten und lassen veraltete Stromfresser weiter am Netz. An diesem Punkt setzt das Projekt Stromspar-Check an. Indem es langzeitarbeitslose Menschen zu Energieberater/innen ausbildet, die in armen Haushalten für sinkenden Stromumsatz sorgen, wirkt es auf mehreren Ebenen öko-sozial. 

Ein konkretes Beispiel der Caritas: 200 Euro aus dem Kühlschrank

 

Foto: Marcus Schlaf

Energiespar-Projekt von Caritas und Stadtwerken München hilft einkommensschwachen Haushalten
Ende November 2009 war es endlich so weit. Yvonne K. und ihre kleine Tochter Katharina bekamen ihren neuen Kühlschrank, besser gesagt: eine moderne und vor allem Strom sparende Kühl-Gefrierkom­bination.

Überbringer war Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger vom Caritasverband der Erzdiözese München und Freising (links im Bild) gemeinsam mit Reinhard Büttner, Geschäftsführer Personal und Soziales bei den Stadtwerken München. Die Herren wurden von Katharina begrüßt – mit einer Zahnbürste in der Hand.

Laden Sie hier die ganze Kühlschrank-Story herunter (PDF-Datei, 70 kilo Byte).

Im Rahmen des Fachkongresses „Klimaschutz in einkommensschwachen Haushalten“ werden die Zwischenergebnisse unseres Projekts vorgestellt. Mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wollen wir zudem das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und gemeinsam mit Ihnen die Frage diskutieren, wie Energiespar-Projekte für einkommensschwache Haushalte als langfristige Beratungsangebote aufgestellt und verankert werden können. Anbei der Flyer mit dem ausführlichen Programm (500 kB)

Titelseite des Flyers

 

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Kinder besuchen ihre Väter in Haft


Der SKM — Katholischer Verein für soziale Dienste in Bochum setzt sich auf besondere Weise für Familien ein, die durch eine Haftstrafe des Vaters mit an den Rand der Gesellschaft geraten sind. Die Partnerinnen der Inhaftierten sind plötzlich einer Mehrfachbelastung ausgesetzt: von der Nachbarschaft gemieden, zur überstürzten Jobsuche gezwungen, oft auch zum Bezug einer kleineren Wohnung. Dazu Enttäuschung und die Scham, mit den Kindern offen über den Verbleib des Vaters zu sprechen. Die Kinder leiden unter der schlagartigen Trennung vom Vater, Entfremdung droht.

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Die kostbarste Stunde der Woche

 

Vater und Sohn beim gemeinsamen Spiel in der Justizvollzugsanstalt. Foto: SKM BochumJeden zweiten Montagnachmittag begleiten Sozialarbeiterinnen die Kinder in den Freizeitraum der Justizvollzugsanstalt, wo sie mit ihren Vätern wertvolle Stunden der Gemeinsamkeit genießen. Neben einem vorbereiteten Programm — zum Beispiel gemeinsames Basteln — gibt es für die Väter und ihre Kinder Gelegenheit zum Spielen, Schmusen, Hausaufgaben durchsprechen: ein Stück wiedergewonnene Teilhabe am normalen Familienalltag, der durch die Haft verlorenging. Die Leitung der Justizvollzugsanstalt unterstützt diesen Einsatz für den Zusammenhalt der Familie, denn die Resozialisierung der Gefangenen nach ihrer Haftzeit hat dank einer intakten Familie deutlich bessere Erfolgsaussichten. 

Ansprechpartnerin für das SKM-Projekt "Vater-Kind-Gruppe in der JVA Bochum" ist:
Birgitta Brämer
E-Mail: birgitta.braemer@skm-bochum.de
Telefon: 02 34 / 30 70 5-50.
Einen ausführlichen Bericht über das Projekt enthält das neue-caritas-Jahrbuch 2010  (S. 117-119; Bestellmöglichkeit: Tel. 0761 / 200-421).

Ein weiteres Beispiel wie Teilhabe von Familien mit Strafgefangenen aussehen kann stellt das Projekt RESOHELP aus Hameln vor. 

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Café Jedermann

 

Ein Mann, der am Rande der Gesellschaft lebt, hält eine Aktions-Papiertüte der Caritas. Auf dieser steht: Respekt - alles andere kommt mir nicht in die Tüte.
Allen Respekt verdienen die suchtkranken Menschen und ihre Angehörigen, die ehrenamtlich das Saarbrücker Café Jedermann betreiben. Dort kann jede und jeder, ob nun vom Rande oder aus der Mitte der Gesellschaft, etwas Alkoholfreies trinken und zu andern Gästen Kontakt knüpfen. Solche Gelegenheiten für Begegnungen zu schaffen heißt, die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben zu fördern.

Mehr dazu finden Sie unter www.soziale-manieren.de

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 Netzwerk Finanzkompetenz

 

Verkehrsschild- Sprielstraße zu EndeFür selbstbestimmte Teilhabe braucht jeder Mensch auch einen finanziellen Handlungsrahmen -  Verschuldung kann im unglücklichen Fall das Gegenteil bedeuten. Ein unvorhergesehenes Ereignis wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit kann einen dicken Strich durch den selbstbestimmten (Finanzierungs-)Plan von der Teilhabe am Wohlstand machen. 

Die Befähigung zu einer hohen Kompetenz, die eigenen Finanzangelegenheiten souverän und umsichtig zu beherrschen, ist deshalb ein wichtiger Baustein für mehr gelingende Teilhabe.

Seit Ende 2004 arbeitet für dieses Ziel das "Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz" (http://www.praeventionsnetzwerk-finanzkompetenz.de/ ) im deutschsprachigen Raum. Die Selbstvorstellung des Netzwerks können Sie hier herunterladen (PDF-Faltblatt, 60 Kilo Byte) .

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Weitere Infos zum Thema »Teilhabe von Menschen am Rande«