Hier finden Sie die sozialpolitischen Positionen zur Kampagne "Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft". Die einzelnen Analysen, Bewertungen und Lösungsvorschläge sollen dazu beitragen, in ausgewählten fach- und sozialpolitischen Feldern die Probleme von Menschen am Rande zur Sprache zu bringen und einer politischen Lösung zuzuführen:
Sozialpolitische Positionen zum Herunterladen (PDF 122 kB)
Mit dem Caritas-Journalistenpreis Baden-Württemberg 2010 sind drei Journalist/innen geehrt worden, die in ihren Beiträgen Menschen vom Rande in die Mitte der Aufmerksamkeit gerückt haben.
Hier geht es zu Informationen über die Preisträger/innen (Quelle: Badische Zeitung vom 27. Januar 2010).

Bei der Aachener Caritas-Dialogtagung anlässlich der jüngsten Bundestagswahl sprachen Heinz Bude, Autor des Buches "Die Ausgeschlossenen", und Rita Süssmuth sowie weitere Politiker über das gefühlte und das tatsächliche Ausgeschlossensein. Lesen Sie hier den Bericht aus Aachen .
Überblick
Bundesweit einmalig: Krankenpass für Wohnungslose
Kinder besuchen ihre Väter in Haft
Die kostbarste Stunde der Woche
Bundesweit einmalig: Krankenpass für Wohnungslose
Caritasverband präsentiert den neuen
Krankenpass für Wohnungslose.
© für Abbildung: PR
(eb/pr) Osnabrück, 6. November 2009 / Der Caritasverband für die Diözese Osnabrück hat einen neuen Krankenpass für Wohnungslose
aufgelegt. Auf dem bundesweit einmaligen Dokument können Wohnungslose ihre Krankengeschichte vermerken lassen und sie bei
wechselnden Ärzten vorzeigen. Der Pass soll wie eine Krankenakte zum Mitnehmen funktionieren und die medizinische Versorgung
der Wohungslosen verbessern, da sie kaum regelmäßig einen festen Arzt konsultieren, der über ihre Krankengeschichte im Bilde
ist. Der neue Krankenpass wird seit Anfang September in allen Beratungsstellen für Wohnungslose des Caritasverbands verteilt.
Sowohl die Betroffenen als auch Ärzte bezeichneten den Pass als sehr hilfreich, berichtet der Verband, nach dessen Angaben
der der Krankenpass demnächst in ganz Niedersachsen verfügbar sein soll. In den Hilfsstellen des Caritasverbandes wurden im
vergangenen Jahr 1.800 Wohnungslose betreut.
Das Aussehen des Krankenpasses ähnelt dem alten Führerschein: Postkartengroß, grau und aus dem gleichen reiß- und wasserfesten
Material. Christian Jäger, Referent für Wohnungslosenhilfe beim Osnabrücker Caritasverband, erläuterte die Funktion: "Wohnungslose
und Umherreisende haben keine Hausarzt, der seinen Patienten kennt und anhand seiner Krankenakte die Vorgeschichte aufrufen
kann." Der Krankenpass soll eine Art Wegweiser sein. Er gibt Auskunft über die Krankengeschichte seines Besitzers, über chronische
Erkrankungen, Arztbesuche und über bisherige Behandlungen. Damit soll die medizinische Versorgung für Wohnungslose verbessert
werden, denn viele Betroffene können über diese Punkte keine Auskunft geben, wenn sie ärztlich behandelt werden müssen.
Wohnungslose gehen nach Caritasangaben vielfach erst dann zum Arzt, wenn sich ihr Gesundheitszustand bedrohlich verschlechtert
– nicht selten weichen sie einem Arztbesuch so lange aus, bis ein Notfalleinsatz unvermeidlich ist. Viele haben chronische
Erkrankungen, die meist unzureichend behandelt sind. Diese Gemengelage bildet eine Spirale, die nach unten führt. Christian
Jäger: "Viele unserer Klienten schämen sich wegen ihrer eigenen Unwissenheit und gehen deshalb nicht zum Arzt. Mit dem Krankenpass
können wir etwas mehr Sicherheit vermitteln." In einer ersten Zwischenbilanz zeigte sich Jäger zufrieden mit den Ergebnissen.
Insgesamt wurden in den 11 Beratungsstellen der Regionalvertretung Osnabrück im vergangenen Jahr mehr als 1.800 Personen
beraten, für die der Krankenpass geeignet ist.
Mehr Informationen finden Sie unter: www.caritas-os.de
Projekt Stromsparcheck
Caritas hilft Strom sparen
Die Energiekosten sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Zusammen mit dem ebenfalls gestiegenen Umweltbewusstsein
sorgt diese Entwicklung dafür, dass viele Menschen auf verbrauchsarme Elektrogeräte umstellen. Deren Anschaffungskosten spielen
die Haushalte in ein paar Jahren über die niedrigeren Stromrechnungen wieder ein.
Doch was ist mit den einkommensschwachen Haushalten? Gerade sie, die jeden Euro Einsparung dringend nötig haben, können sich die Anschaffungen nicht leisten und lassen veraltete Stromfresser weiter am Netz. An diesem Punkt setzt das Projekt Stromspar-Check an. Indem es langzeitarbeitslose Menschen zu Energieberater/innen ausbildet, die in armen Haushalten für sinkenden Stromumsatz sorgen, wirkt es auf mehreren Ebenen öko-sozial.
Ein konkretes Beispiel der Caritas: 200 Euro aus dem Kühlschrank
Energiespar-Projekt von Caritas und Stadtwerken München hilft einkommensschwachen Haushalten
Ende November 2009 war es endlich so weit. Yvonne K. und ihre kleine Tochter Katharina bekamen ihren neuen Kühlschrank, besser
gesagt: eine moderne und vor allem Strom sparende Kühl-Gefrierkombination.
Überbringer war Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger vom Caritasverband der Erzdiözese München und Freising (links im Bild) gemeinsam mit Reinhard Büttner, Geschäftsführer Personal und Soziales bei den Stadtwerken München. Die Herren wurden von Katharina begrüßt – mit einer Zahnbürste in der Hand.
Laden Sie hier die ganze Kühlschrank-Story herunter (PDF-Datei, 70 kilo Byte).
Im Rahmen des Fachkongresses „Klimaschutz in einkommensschwachen Haushalten“ werden die Zwischenergebnisse unseres Projekts vorgestellt. Mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wollen wir zudem das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und gemeinsam mit Ihnen die Frage diskutieren, wie Energiespar-Projekte für einkommensschwache Haushalte als langfristige Beratungsangebote aufgestellt und verankert werden können. Anbei der Flyer mit dem ausführlichen Programm (500 kB)
Kinder besuchen ihre Väter in Haft
Der SKM — Katholischer Verein für soziale Dienste in Bochum setzt sich auf besondere Weise für Familien ein, die durch eine Haftstrafe des Vaters mit an den Rand der Gesellschaft geraten
sind. Die Partnerinnen der Inhaftierten sind plötzlich einer Mehrfachbelastung ausgesetzt: von der Nachbarschaft gemieden,
zur überstürzten Jobsuche gezwungen, oft auch zum Bezug einer kleineren Wohnung. Dazu Enttäuschung und die Scham, mit den
Kindern offen über den Verbleib des Vaters zu sprechen. Die Kinder leiden unter der schlagartigen Trennung vom Vater, Entfremdung
droht.
Die kostbarste Stunde der Woche
Jeden zweiten Montagnachmittag begleiten Sozialarbeiterinnen die Kinder in den Freizeitraum der Justizvollzugsanstalt, wo
sie mit ihren Vätern wertvolle Stunden der Gemeinsamkeit genießen. Neben einem vorbereiteten Programm — zum Beispiel gemeinsames
Basteln — gibt es für die Väter und ihre Kinder Gelegenheit zum Spielen, Schmusen, Hausaufgaben durchsprechen: ein Stück wiedergewonnene
Teilhabe am normalen Familienalltag, der durch die Haft verlorenging. Die Leitung der Justizvollzugsanstalt unterstützt diesen
Einsatz für den Zusammenhalt der Familie, denn die Resozialisierung der Gefangenen nach ihrer Haftzeit hat dank einer intakten
Familie deutlich bessere Erfolgsaussichten.
Ansprechpartnerin für das SKM-Projekt "Vater-Kind-Gruppe in der JVA Bochum" ist:
Birgitta Brämer
E-Mail: birgitta.braemer@skm-bochum.de
Telefon: 02 34 / 30 70 5-50.
Einen ausführlichen Bericht über das Projekt enthält das neue-caritas-Jahrbuch 2010 (S. 117-119; Bestellmöglichkeit: Tel. 0761 / 200-421).
Ein weiteres Beispiel wie Teilhabe von Familien mit Strafgefangenen aussehen kann stellt das Projekt RESOHELP aus Hameln vor.
Café Jedermann

Mehr dazu finden Sie unter www.soziale-manieren.de
Netzwerk Finanzkompetenz
Für selbstbestimmte Teilhabe braucht jeder Mensch auch einen finanziellen Handlungsrahmen - Verschuldung kann im unglücklichen
Fall das Gegenteil bedeuten. Ein unvorhergesehenes Ereignis wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit kann einen dicken Strich durch
den selbstbestimmten (Finanzierungs-)Plan von der Teilhabe am Wohlstand machen.
Die Befähigung zu einer hohen Kompetenz, die eigenen Finanzangelegenheiten souverän und umsichtig zu beherrschen, ist deshalb ein wichtiger Baustein für mehr gelingende Teilhabe.
Seit Ende 2004 arbeitet für dieses Ziel das "Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz" (http://www.praeventionsnetzwerk-finanzkompetenz.de/ ) im deutschsprachigen Raum. Die Selbstvorstellung des Netzwerks können Sie hier herunterladen (PDF-Faltblatt, 60 Kilo Byte) .

