Eine junge Gesundheits- und Krankenpflegerin der Frankfurter Caritas besucht eine 86jährige Dame in deren Wohnung, um gemeinsam mit ihr über vermeidbare Gesundheitsgefährdungen zu beraten.

Lesen Sie mehr dazu in einem Pressebericht über das Frankfurter Caritasprojekt "Gesundheitsberatung für Senioren" (PDF-Datei, 20 Kilo Byte).
Bitte lesen Sie die Gesamtdarstellung des bundesweiten Projekts "Gesundheit vor Ort" im Bericht von Projektleiter Joachim Zieske (PDF-Datei, 770 Kilo Byte).
Koppelin, Frauke: Soziale Unterstützung pflegender Angehöriger. Theorien, Methoden, Forschungsbeiträge.
Mehr dazu finden Sie unter dem Menüpunkt Literatur .
Der Deutsche Caritasverband favorisiert das Konzept der sozialen Gesundheit. Gesundheit und Krankheit sind demnach nicht allein auf das Individuum bezogen zu sehen. Vielmehr sind sie in ihrer materiellen, kulturellen und gesellschaftlichen Bedingtheit zu betrachten.
Näheres erfahren Sie hier in der neue-caritas -Beilage Migration und Integration - Info 4/2009.
Aufgezeigt wird, wie dem Konzept der sozialen Gesundheit folgend beispielsweise ein kultursensibles Handeln im Krankenhaus hilft, die Gesundheitsversorgung ganzer Bevölkerungsgruppen zu verbessern: Die institutionell verankerte Berücksichtigung fremder Kulturen und Sprachen wird zum entscheidenden Zugang für mehr Teilhabe am deutschen Gesundheitssystem.
Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus leben am Rande der Gesellschaft, wie durch einen Vorhang gehindert an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Für die Wahrung ihrer Grundrechte setzen Caritas und Malteser Hilfsdienst sich ein, darunter das Recht auf Schulbildung für alle Kinder und das Recht auf Gesundheitsversorgung.

Lesen Sie hier beispielhaft über die Malteser Migranten Medizin im Bistum Hildesheim .
In der neue-caritas -Beilage Migration und Integration Ausgabe 4_2009, S. 6, beschreibt eine Ärztin vom Berliner MMM-Standort Motivation und Aufgaben des Netzwerkes. Die Beilage finden Sie hier .
Überblick
Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger
Teilhabe durch Zugang zu Gesundheitsversorgung
Gesundheitsversorgung für Menschen am Rande
Teilhabe aller am Dorfleben: Pfarreien geben Einzelfallhilfe
Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger
Teilhabe durch Zugang zu Gesundheitsversorgung
fördert das allgemeine Wohlbefinden.
Gesundheitliche Risiken sind dort am größten, wo Menschen in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt sind und sich dies mit Armut verbindet. Noch immer liegt in Deutschland die Lebenserwartung des unteren Fünftels der Bevölkerung (gemessen an Bildung und Einkommen) um sieben Jahre unter der des oberen Fünftels.
Der Zugang zu Gesundheitsleistungen ist eine wesentliche Voraussetzung, um an gesunden Lebensbedingungen teilzuhaben.
Das Projekt „Gesundheit vor Ort“ des Deutschen Caritasverbandes (DCV) befasst sich mit Modellen, die auf die Verbesserung von Zugängen zu Gesundheitsleistungen für ältere Menschen zielen. Verschiedene Modelle werden in Strukturen der Caritas vor Ort entwickelt und erprobt.
Die Modelle müssen vier Grundfunktionen erfüllen, die zugleich als Kriterien für die Beurteilung bereits vorhandener Ansätze
dienen: Sie müssen einen lebensweltlichen Bezug zu Zielgruppen mit Zugangsschwierigkeiten herstellen, den Menschen Zugänge zu Gesundheitsleistungen
vor Ort eröffnen, individuelle und soziale Gesundheitsressourcen fördern und nachhaltige Gesundheitsnetze schaffen.
Neun Diözesan-Caritasverbände beteiligen sich mit bisher elf Projekten in teilnehmenden Orts-Caritasverbänden am Entwicklungsprozess.
Das Arbeitsfeld des präventiven Hausbesuchs mit quartiersbezogener Gesundheitsberatung für Seniorinnen und Senioren im Caritasverband
Frankfurt (Main) beispielsweise oder der Ansatz des stadtteilbezogenen Quartiersmanagements eines Altenstifts im Caritasverband
Köln sind zukunftsweisende Modelle. Mit iher Hilfe lässt sich eine präventive, ressourcenorientierte und gemeinwesenorientierte
Arbeit im Sinne der Gesundheit vor Ort aufbauen.
Das Projekt „Gesundheit vor Ort“ fügt sich mit seinen Modellen nahtlos in die laufende Initiative der Caritas für selbstbestimmte Teilhabe ein. Eng verbunden mit dieser Teilhabeinitiative, wird die Caritaskampagne im Jahr 2010 Menschen im Alter in den Mittelpunkt stellen.
Gesundheit vor Ort braucht viele Unterstützer/innen und Nachahmer/innen!
Ideen, Konzepte und Modelle sind jederzeit willkommen!
Kontakt
Joachim Zieske
Referat Altenhilfe, Behindertenhilfe und Gesundheitsförderung des DCV
Telefon: 0761 200-289
E-Mail: joachim.zieske@caritas.de
Gesundheitsversorgung für Menschen am Rande
Malteser Migranten Medizin hilft Unversicherten
Seit einigen Jahren ist jede/r in Deutschland Lebende verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen Das gilt unabhängig vom sozialen Status, beispielsweise auch für Menschen ohne Wohnung. Was wird im Fall einer schweren Erkrankung oder einer Schwangerschaft mit denen, die trotzdem nicht versichert sind – zum Beispiel, weil sie vom Aufenthaltsrecht her nicht im Lande sein dürften? Ständig die Angst vor Ausweisung im Nacken, jobben sie unter fragwürdigen, schlecht bezahlten Verhältnissen, die kaum die Bildung einer Rücklage für Behandlungskosten gestatten. Der Gang zur Sozialbehörde verbietet sich, denn diese muss Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus an die Ausländerbehörde melden. Von einer Teilhabe dieser „Illegalisierten“ an den Leistungen unseres Gesundheitssystems kann keine Rede sein, im Gegenteil: Nicht selten kommen sie erst in der größten Not zum Arzt, wenn die Chance auf Heilung bereits verstrichen ist.
Diese teils lebensbedrohliche Versorgungslücke schließt das Malteser Hilfswerk mit seiner "Malteser Migranten Medizin" (MMM) . Hier leisten Ärztinnen und Ärzte ehrenamtlich die medizinische Grundversorgung und überweisen bei Bedarf an FachkollegInnen innerhalb ihres Netzwerks. Eine Vernetzung besteht außerdem zu stationären Versorgungsangeboten, zu Gesundheitsämtern sowie zu sozialen Diensten mit den Schwerpunkten Familien- und Schwangerschaftsberatung und -unterstützung. Dank seiner durchgehenden Zusicherung der Anonymität und der niedrigschwelligen Zugänglichkeit seines Angebotes bildet MMM für Nichtversicherte oft den einzig gangbaren Zugangsweg zu einer existenziellen Form von Teilhabe: der medizinischen Versorgung.
Außerdem vermittelt MMM Zugänge zu weiteren Beratungs- und Hilfsangeboten, um die Lebenslagen der Nichtversicherten zu erleichtern und gegebenenfalls Schritte in Richtung der Legalisierung zu erreichen. Einen ausführlichen Bericht über MMM enthält das neue-caritas-Jahrbuch 2010 (Seite 134–138; Bestellmöglichkeit: Telefon: 0761 / 200-421).
Teilhabe aller am Dorfleben: Pfarreien geben Einzelfallhilfe

Im Jahr 2001 aufgerüttelt von der harten Lebenssituation einer Familie, kooperieren seit dem damaligen spontanen Hilfserfolg ländliche Pfarrgemeinden überkonfessionell: Die "Bürger für Bürger" helfen kompetent und ehrenamtlich, direkt von Mensch zu Mensch. Ausbildungspatenschaften für Jugendliche, Einladungen für zugezogene Migrantenfamilien und Einzelfallhilfen für langzeitarbeitslose oder alleinerziehende Arbeitssuchende sind einige der Beispiele, durch die sozial benachteiligte Menschen in die Mitte der dörflichen Bürgergesellschaft geholt werden.
Bitte laden Sie hier die ausführliche Selbstvorstellung der Bürger für Bürger herunter (PDF-Datei, 260 Kilo Byte).