Bundesweit einmalig: Krankenpass für Wohnungslose

Der Caritasverband für die Diözese Osnabrück hat einen neuen Krankenpass für Wohnungslose aufgelegt. Auf dem bundesweit einmaligen Dokument können Wohnungslose ihre Krankengeschichte vermerken lassen und sie bei wechselnden Ärzten vorzeigen. Der Pass soll wie eine Krankenakte zum Mitnehmen funktionieren und die medizinische Versorgung der Wohungslosen verbessern, da sie kaum regelmäßig einen festen Arzt konsultieren, der über ihre Krankengeschichte im Bilde ist. Der neue Krankenpass wird seit Anfang September in allen Beratungsstellen für Wohnungslose des Caritasverbands verteilt. Sowohl die Betroffenen als auch Ärzte bezeichneten den Pass als sehr hilfreich, berichtet der Verband, nach dessen Angaben der der Krankenpass demnächst in ganz Niedersachsen verfügbar sein soll. In den Hilfsstellen des Caritasverbandes wurden im vergangenen Jahr 1.800 Wohnungslose betreut.
Das Aussehen des Krankenpasses ähnelt dem alten Führerschein: Postkartengroß, grau und aus dem gleichen reiß- und wasserfesten Material. Christian Jäger, Referent für Wohnungslosenhilfe beim Osnabrücker Caritasverband, erläuterte die Funktion: „Wohnungslose und Umherreisende haben keine Hausarzt, der seinen Patienten kennt und anhand seiner Krankenakte die Vorgeschichte aufrufen kann.“ Der Krankenpass soll eine Art Wegweiser sein. Er gibt Auskunft über die Krankengeschichte seines Besitzers, über chronische Erkrankungen, Arztbesuche und über bisherige Behandlungen. Damit soll die medizinische Versorgung für Wohnungslose verbessert werden, denn viele Betroffene können über diese Punkte keine Auskunft geben, wenn sie ärztlich behandelt werden müssen.
Wohnungslose gehen nach Caritasangaben vielfach erst dann zum Arzt, wenn sich ihr Gesundheitszustand bedrohlich verschlechtert – nicht selten weichen sie einem Arztbesuch so lange aus, bis ein Notfalleinsatz unvermeidlich ist. Viele haben chronische Erkrankungen, die meist unzureichend behandelt sind. Diese Gemengelage bildet eine Spirale, die nach unten führt. Christian Jäger: „Viele unserer Klienten schämen sich wegen ihrer eigenen Unwissenheit und gehen deshalb nicht zum Arzt. Mit dem Krankenpass können wir etwas mehr Sicherheit vermitteln.“ In einer ersten Zwischenbilanz zeigte sich Jäger zufrieden mit den Ergebnissen. Insgesamt wurden in den 11 Beratungsstellen der Regionalvertretung Osnabrück im vergangenen Jahr mehr als 1.800 Personen beraten, für die der Krankenpass geeignet ist.

Unterwegs zu gesünderen Zähnen

Wohnungslose Menschen und Kinder aus armen Familien. Denn Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation haben ge­zeigt, dass benachteiligte Menschen beson­ders häufig schlechte Zähne haben. Gleichzeitig liegt für Menschen am Rande der Gesellschaft die Schwelle zum Zahnarzt-Besuch hoch, sei es aus Scheu oder allein schon wegen der Praxisgebühr. Die Hamburger Lösung: Mehr als zwanzig ehrenamt­lich tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte wechseln sich ab, um mit ihrem fahrbaren Behandlungszimmer die Menschen aufzusuchen. Zusammen mit dem Unternehmen Colgate-Palmolive trägt die Caritas die laufenden Kosten dieses Angebots zur Teilhabe an der Gesundheitsversorgung. Finanziert wurde der speziell umgebaute Transporter vom Hamburger Spendenparlament, dem Deutschen Hilfswerk und der ARD-Aktion „Ein Platz an der Sonne“.

Kleine Patienten bekommen ein Zahnpflege­set geschenkt und lernen einiges über gesunde Ernährung und die Vorteile regelmäßiger Zahnpflege. In den vergangenen beiden Jahren wurden mit Hilfe des Zahnmobils über 1100 PatientInnen behandelt und mehr als 82 Kinder- und Jugendeinrichtungen erreicht.